Faszination Phoniatrie

Als Phoniater beschäftige ich mich mit der Stimme und mit dem Schlucken und mit den entsprechenden Funktionsstörungen (Dysphonie und Dysphagie). Die Faszination dieses Gebietes liegt einerseits darin, dass es sich um zwei Funktionen handelt, die für uns Lebewesen so unglaublich wichtig sind, auf der anderen Seite bringt es mich immer wieder zum Staunen, welche Lösung die Natur gefunden hat, um Atmung, Stimme und Schlucken zu kombinieren.

Die Stimme ist wichtig für die Kommunikation, damit wir uns austauschen können, und für viele Menschen ist die Stimme ein wichtiges „Arbeitswerkzeug“, auf das sie angewiesen sind. Im Gegensatz zu früher, wo mehr mit den Händen gearbeitet wurde, üben heute immer mehr Menschen Berufe im Dienstleistungssektor aus, in denen die Kommunikation eine übergeordnete Rolle spielt. Ein typisches Beispiel dafür sind Callcenter-Agenten, Berater und Ausbilder.
Die Stimme ist aber viel mehr als nur ein „Arbeitsinstrument“. Sie ist ein echtes Instrument, das gespielt werden kann, eine künstlerische Ausdrucksform. Ein Instrument, das mich immer wieder erstaunt durch ihre Vielseitigkeit und ihre Möglichkeiten. Und sie ist Teil unserer Persönlichkeit, sie charakterisiert uns. Wie unglaublich ist es doch, wie schnell man jemanden am Telefon allein aufgrund seiner Stimme erkennt. Und wer genau hinhört, der kann sehr oft und schnell erkennen, wie es seinem Gesprächspartner gerade geht und in welche Gefühle bei ihm präsent sind, ganz unabhängig davon, was er mittels Worten sagt. Es ist schwieriger, mit der Stimme zu lügen als mit Worten, denn die Stimme ist ein Spiegel zur Seele.

Essen und damit Schlucken, heisst nicht nur, sich mit Flüssigkeit und Nahrung zu versorgen, sondern es beinhaltet Lust und Genuss, es ist kosten mit allen Sinnen. Wenn wir uns eine sommerwarme Frucht direkt vom Baum pflücken, so betrachten wir sie zuerst, vielleicht riechen wir daran, im Mund erfühlen wir ihre Temperatur, wir schmecken sie, wir ertasten ihre Konsistenz und hören dabei unsere Kaugeräusche. Vielleicht finden all diese Sinneseindrücke zentrale Verbindungen und es werden Erinnerungen wach an einen ähnlich schönen Sommer und ist die Frucht gegessen, dann bleibt dieses zufriedene Gefühl der Sättigung. Ganz besonders schön ist das Essen in Gemeinschaft, bei einem gemütlichen Zusammensein, wenn vor und nach der Mahlzeit auch die Stimme nicht zu kurz kommt.
Essen hält Leib und Seele zusammen, sagt ein Deutsches Sprichwort.

Die Kerngebiete der Phoniatrie, die Stimmbildung und das Schlucken, sind also nur die Basis menschlichen Erlebens wie Kommunikation, innerem und äusseren Sinneserleben und sozialer Verbindung und das macht mein Fachgebiet so spannend. Geleistet werden diese grundsätzlichen Funktionen durch ein komplexes Zusammenspiel anatomischer Strukturen und physiologischer Abläufe, in deren Zentrum der Kehlkopf (Larynx) steht, ein faszinierendes „Organ“, ein Kunstwerk fast. Landläufig besteht die Meinung, der Kehlkopf sei vor allem für die Stimme zuständig, aber seine Hauptfunktion ist der Schutz der Lunge vor Speisen beim Schlucken (Aspiration). Erst in zweiter Linie ist er für die Stimme zuständig. Im Bereich des Kehlkopfes kreuzen sich Luft- und Speisewege und es grenzt an ein Wunder, dass im Normalfall Atmung und Schlucken problemlos nebeneinander funktionieren. Unser Schluckakt ist ausserordentlich komplex. Mehr als 50 Muskeln und mehr als die Hälfte aller Hirnnerven sind daran beteiligt und wir schlucken etwa 600-2000 Mal pro Tag, weil wir nicht nur schlucken, um uns Nahrung und Flüssigkeit zuzuführen, sondern auch, um Speichel und Nasensekret abzutransportieren.
Aber auch die Entstehung von Stimme bringt mich immer wieder zum Staunen. Der Luftstrom aus der Lunge bringt die zarten Strukturen der Stimmlippen in Schwingung, ähnlich dem Rohrblatt eines Holzblattinstrumentes, so dass ein Ton (Primärschall) entstehen kann, der durch die Resonanzräume in Nase, Mund und Rachen geformt wird und so zu der individuellen und charakteristischen Stimme eines Menschen und durch die Artikulation zu Sprache werden kann.

Als Phoniater habe ich mir ein vertieftes Verständnis dieser komplexen Vorgänge angeeignet, welche Voraussetzung sind für die Diagnostik und Therapie bei Stimm- und Schluckstörungen. Ich mag es, dass ich mich auf diesem Weg medizinisch- technischer Hilfsmittel bedienen darf wie der Stroboskopie, lichtstarker Endoskope und der Videodokumentation, was mein Fachgebiet um eine zusätzliche Qualität erweitert.
Und nicht zuletzt sind Schluck- und Stimmstörungen oft nicht beschränkt auf mein eigenes Fachgebiet und eröffnen mir so die schöne Möglichkeit, mit anderen schulmedizinisch und alternativmedizinischen Fachrichtungen zusammenzuarbeiten.

Ich weiss, dass Krankheiten, die die Stimme und das Schlucken beeinträchtigen, die Menschen nicht nur körperlich belasten, sondern oft auch seelisch und nicht selten in ihren sozialen Beziehungen. Als Phoniater habe ich die dankbare Möglichkeit, diese Patienten begleiten und ihnen im besten Fall helfen zu dürfen.

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