Das Gesicht: häufige Symptome

Gesichtsschmerzen

Eine scharfe Trennung von Gesichts- und Kopfschmerzen ist oft schwierig, weil die Schmerzmanifestationen ineinander übergehen können. Manchmal sind die Schmerzen eindeutig auf eine Ursache im HNO-Bereich zurückzuführen. Schmerzen im Bereich des Mittelgesichtes, über den Wangen, im Bereich der Nasenwurzel und über der Stirn können zum Beispiel auf eine Nasen- oder Nasennebenhöhlenerkrankung hinweisen, Schmerzen im seitlichen Gesicht auf eine Speicheldrüsenerkrankung oder eine Ohraffektion. Manchmal findet der HNO-Arzt keine klare Ursache in seinem Fachgebiet, kann aber den Patienten mit einer gezielten Fragestellung an einen Kollegen anderer Fachrichtung überweisen.

Hautveränderungen an Gesicht / Kopfhaut

Im Bereich des Gesichts können die unterschiedlichsten Hauterkrankungen auffällig werden, wobei das Gesicht nicht der einzige Manifestationsort sein muss, sondern einer unter anderen sein kann. Oft braucht es zur definitiven Diagnose das Urteil eines Hautarztes. Manchmal sind sie auch Ausdruck einer Allgemeinerkrankung. In beiden Fällen überweisen wir die Patienten an die entsprechenden Fachärzte.
Hautveränderungen an sonnenexponierten Stellen, insbesondere an Nase, Ohren oder an der Kopfhaut, können auf bösartige Veränderungen (Basaliome, Spinaliome, Melanome) hinweisen und werden vom HNO-Arzt chirurgisch unter Berücksichtigung ästhetischer und funktioneller Aspekte entfernt.

Schwellungen und Knoten im Gesicht und am Hals

Schwellungen im Gesicht können diffus oder klar lokalisiert sein. Diffuse Veränderungen sind oft Ausdruck einer Allgemeinerkrankung, welche von den entsprechenden Fachärzten weiter abgeklärt wird. Lokalisierte Schwellungen oder Knoten werden als Komplikationen verschiedener Erkrankungen im HNO-Bereich gesehen, können aber auch als erstes Symptom auftreten. Je nach Lokalisation und Begleitsymptomen und durch einen genauesten Untersuch kann die Ursache oft schon vermutet werden. Eine Schwellung vor dem Ohr oder am Unterkiefer kann auf eine Speicheldrüsenerkrankung hinweisen, eine Schwellung über der Wange auf eine Nasennebenhöhlen- oder eine Zahnaffektion, Knoten am Hals auf Zysten, entzündliche Erkrankungen oder Tumoren. Eine Ultraschalluntersuchung ist insbesondere bei Knoten am Hals die weiterführende Untersuchung der Wahl. Unter sonographischer Sicht kann eine Punktion durchgeführt und Material zur histologischen Untersuchung gewonnen werden.

Gesichtslähmung (Fazialisparese)

Eine einseitige Gesichtslähmung ist für den Patienten ein dramatisches Ereignis. Aufzuwachen und zu erkennen, dass man das Auge nicht mehr schliessen kann oder dass der Mundwinkel hängt und ein Lächeln nicht mehr möglich ist, ist erschreckend. Entscheidend ist zu Beginn einer solchen Erkrankung, ob es sich um eine zentrale (z.B.Schlaganfall) oder eine periphere Lähmung handelt. Bei einer zentralen Läsion bleibt die Funktion des Stirnastes erhalten, oft sind weitere Symptome vorhanden wie Lähmungserscheinungen von Beinen oder Armen und Sprechstörungen und der Patient sollte unmittelbar in eine spezialisierte Notfallstation verbracht werden. Bei der peripheren Lähmung sind in der Regel alle Äste des Gesichtsnervs betroffen und somit zeigt auch die Stirn keine Mimik mehr. Da der Gesichtsnerv in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Speicheldrüsen und dem Ohr verläuft, wird der HNO-Arzt eine genaue fachärztliche Untersuchung durchführen, inklusive Blutuntersuchung und Ultraschall, manchmal ergänzt durch ein bildgebendes Verfahren. In einigen Fällen findet sich keine klare Ursache und wir sprechen von einer „idiopathischen Fazialislähmung“ oder einer Bell’schen Lähmung, die sich oft von alleine und vollständig wieder erholt. Dies kann Wochen oder Monate dauern und braucht nebst einem Schutz des Auges vor Austrocknung und damit vor Verletzungen der Hornhaut ein Begleitung durch eine spezialisierte Logopädin, um spätere Fehlfunktionen zu vermeiden.